Kino in Hannover.
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September-Programm des KINO IM SPRENGEL
Liebes Publikum,
Mit NEUKÖLLN UNLIMITED (Hannover-Premiere) und DIE FREMDE geht es um Migranten, mit JESUS CAMP machen wir auf die Umtriebe von Evangelikalen aufmerksam, und mit DEADLY DUST mobilisieren wir schon im Vorfeld gegen die anstehenden Castor-Transporte im Wendland.
Ü B E R S I C H T September
FR/SA 3.9./4.9. 20.30 h
- DER FANTASTISCHE MR. FOX von Wes Anderson, USA 2009
Detailverliebter Stop-Motion-Animationsfilm – Metapher für den Kampf zwischen Anarchisten und Kapitalisten. Erinnert an die ANIMAL FARM von George Orwell. Niedlichkeits-Attacken garantiert.
DO/FR 9.9./10.9. 20.30 h [Hannoversche Erstaufführung]
- NEUKÖLLN UNLIMITED von Agostino Imondi und Dietmar Ratsch, D 2010
Kampf um den Kartoffelstatus und gegen Abschiebung: Ein filmisches Kleinod aus dem Herzen von Berlins Problembezirk Nummer Eins. Zu Recht mit dem Gläsernen Bären auf der Berlinale 2010 ausgezeichnet.
FR/SA 17.9./18.9. 20.30 h
- DIE FREMDE von Feo Aladags, D 2010, 119 min.
Familie kann brutal sein: Wem nichts mehr einfällt, spricht von “Ehre”. Einer der stärksten Beiträge der Berlinale mit einer großartigen Sibel Kekilli (GEGEN DIE WAND).
FR 24.9. 20.30 h [Evangelikale in den USA und in Deutschland]
Zu Gast: Christoph Lammers, Politik- und Sozialwissenschaftler (angefragt)
- JESUS CAMP von Heidi Ewing und Rachel Grady, USA 2006
Kinder in Tarnfarben: Das von der Pastorin Becky Fischer geleitete Sommercamp in North Dakota hat es sich zur Aufgabe gemacht, Kinder auf Ihren Einsatz in Gottes Armee vorzubereiten, die Amerika wieder für Christus zurück erobern soll.
SA 25.9. 20.30 h [Widerstand gegen Atomkraft]
- DEADLY DUST – TODESSTAUB von Frieder Wagner, D 2007
Mobilisierungsveranstaltung zu den Protesten gegen die geplanten Castor-Transporte
TODESSTAUB zeigt bislang wenig bekannte Langzeitfolgen von abgereichertem Uran, unter denen besonders die Kinder im Kosovo, in Bosnien und im Irak zu leiden haben. Überall dort hatten amerikanische Truppen die gefährliche Uran-Munition eingesetzt.
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VORSCHAU Oktober
DO/FR 7.10./8.10. 20.30 h
- THE DOORS – WHEN YOU’RE STRANGE von Tom DiCillo, USA 2009
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Die Veranstaltungen im einzelnen
FR/SA 3.9./4.9. 20.30 h
- DER FANTASTISCHE MR. FOX
von Wes Anderson, USA 2009, 87 min.
nach dem gleichnamigen Buch von Roald Dahl
Das ist die Geschichte eines Mr. Fox, über seine nächtlich verrückte Art, Hühner aufzuscheuchen, Truthähne zu stehlen und Cidre zu trinken. Eines Tages ist er plötzlich gezwungen, seine wilden Tage hinter sich zu lassen und das zu tun, was Väter am Besten können sollten: Verantwortung zeigen. Denn seine Frau gesteht ihm, dass sie schwanger ist und von nun an ein ruhigeres Leben führen möchte.
Aber Mr. Fox ist zu rebellisch, er ist zu wild. Er wird versuchen, “nur noch ein Ding” zu drehen. Er hat es auf die drei fiesesten, gemeinsten Farmer abgesehen: Boggis, Bunce und Bean. Ein Märchen über den Spagat zwischen familiärer Verantwortung und nächtlichen Abenteuern, eine Geschichte über Freundschaft und das böse Erwachen aus einem beschaulichem Landleben.
In Hollywood genießt Wes Anderson den Ruf eines Exzentrikers. Mit DER FANTASTISCHE MR. FOX entfernt er sich nur der Form nach von seinen bisherigen Werken. Die Stop-Motion-Arbeit basiert auf der gleichnamigen Geschichte von Roald Dahl. Andersons Inszenierung ist eine Metapher für den Kampf zwischen Anarchisten und Kapitalisten und erinnert bisweilen an die ANIMAL FARM von George Orwell, denn bei all den witzigen Ideen, die im Film ironisch umgesetzt sind, ist es letztendlich eine tiefsinnige Parabel von Gut und Böse, von Moral und Unmoral.
Eintritt: 4,50 Euro – HannoverAktivPass 2,00 Euro
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DO/FR 9.9./10.9. 20.30 h [Hannoversche Erstaufführung]
- NEUKÖLLN UNLIMITED
von Agostino Imondi und Dietmar Ratsch, D 2010, 96 min.
Neukölln ist die Heimat der Geschwister Hassan (18 Jahre), Lial (19) und Maradona (14). Sie kommen aus dem Libanon und sind seit 16 Jahren mit befristeter Aufenthaltsgenehmigung in Deutschland. Vor vier Jahren wurde die Familie zum ersten Mal abgeschoben, an Maradonas neuntem Geburtstag. Seit ihrer Rückkehr nach Berlin droht ihnen eine erneute Abschiebung, trotz Zustimmung der Härtefallkommission. Die beiden Ältesten könnten durch eine Ausbildung eine längerfristige Aufenthaltsgenehmigung erlangen, doch der Rest der Familie muß vielleicht zurück in den Libanon. So hoffen die drei Teenager auf eine deutsche Staatsbürgerschaft. Wenn sie diese haben, würden sie eine “Kartoffelparty” feiern, angelehnt an das Klischee deutscher Eßgewohnheiten, mit einem Büffet sämtlicher Erdäpfel-Variationen. Neben der Familie sind Kreativität und Kunst ein wichtiger Grundpfeiler in ihrem Leben. Hassan widmet sich dem HipHop und dem Streetdance, Lial tanzt bei Constanza Macras Ensemble “Dorky Par!
k” und hat eine eigene Band, und Maradona findet seine Erfüllung im Breakdance. Ein Leben zwischen Behördengängen und internationalen Bühnen …
Ein Kleinod aus dem Herzen von Berlins Problemkind Nummer eins und zu Recht mit dem “Gläsernen Bären”, dem Preis der Sektion 14plus, auf der Berlinale 2010 ausgezeichnet. (Schnitt)
Eintritt: 4,50 Euro – HannoverAktivPass 2,00 Euro
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FR/SA 17.9./18.9. 20.30 h
- DIE FREMDE
von Feo Aladags, D 2010, 119 min.
mit Sibel Kekilli, Settar Tanriögen, Derya Alabora, Florian Lukas, Alwara Höfels, Tamer Yigit, Almila Bagriacik, Serhad Can, Nizam Schiller
“Hör auf zu träumen!”, sagt die Mutter zu ihrer 25-jährigen Tochter Umay, als diese mit ihrem kleinen Sohn Cem vor der Berliner Wohnungstür ihrer Eltern steht. Umay ist aus einem unglücklichen Eheleben in Istanbul ausgebrochen und will zurück in Berlin ein selbstbestimmtes Leben führen. Sie weiß, dass sie ihren Eltern und Geschwistern damit viel zumutet, hofft aber, dass die liebevolle Verbundenheit stärker ist als alle gesellschaftlichen Zwänge.
Doch schon bald erkennt sie, dass ihre Familie die traditionellen Konventionen nicht einfach über Bord werfen kann und an der Herausforderung zu zerbrechen droht. Als die Familie beschließt, Cem zu seinem Vater in die Türkei zurückzuschicken, um den Ruf der Familie wieder herzustellen, flieht Umay erneut und bricht alle Brücken hinter sich ab. Umay verliebt sich in Stipe und baut für Cem und sich ein neues Leben auf. Als sie versucht, sich wieder mit ihrer Familie zu versöhnen, erkennt sie nicht, dass es bereits zu spät dafür ist …
Man glaubt, die Geschichte aus den Nachrichten zu kennen – aber Regisseurin, Produzentin und Drehbuchautorin Feo Aladag gelingt in ihrem atemberaubenden Kinodebüt DIE FREMDE ein vielschichtiges und ergreifendes Familienportrait, fern jeglicher Klischees. Unterstützt wird sie dabei von herausragenden Schauspielern: Sibel Kekilli (GEGEN DIE WAND) entwickelt in der Hauptrolle einen Sog, dem sich der Zuschauer nicht entziehen kann; an ihrer Seite spielen Florian Lukas (NORDWAND), Alwara Höfels (KEINOHRHASEN), Nursel Köse (AUF DER ANDEREN SEITE) und die türkischen Stars Derya Alabora und Settar Tanriögen. Dieser Film hat nicht nur ein brisantes Thema, sondern ist vor allem ein mitreißendes Kino-Erlebnis von seltener Kraft. (Verleih)
Eintritt: 4,50 Euro – HannoverAktivPass 2,00 Euro
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FR 24.9. 20.30 h [Evangelikale in den USA und in Deutschland]
Zu Gast: Christoph Lammers, Politik- und Sozialwissenschaftler (angefragt)
- JESUS CAMP
von Heidi Ewing und Rachel Grady, USA 2006, 84 min., Voice-over
Heidi Ewing und Rachel Grady haben für ihren Film JESUS CAMP die Erweckungspredigerin Becky Fischer und ihre Kirche über ein Jahr lang bei ihren Aktivitäten begleitet. Zwei Hauptmerkmale, die an allen Ecken und Enden feststellbar sind: die enorme Indoktrinationstiefe, die vor allem bei Kindern zum Tragen kommt, und die allgemeine Militanz.
Man sieht mit Tarnfarben bemalte Kinder, die auf der Bühne vor ihren Eltern Kampftänze aufführen, man sieht Einpeitscher, die ihre kindlichen Zuhörer dazu animieren, “ihr Leben für Jesus zu geben”, man sieht Zehnjährige, die im Tonfall von Sektenführern davon faseln, dass sie sich als Teil einer Schlüsselgeneration ansehen, was die Wiederkehr von Jesus betrifft.
In einer Szene erläutert Becky Fischer ihr Programm im Umgang mit der Jugend. Da der Feind (gemeint ist in diesem Fall der Islam) seine Kinder nicht nur mit ideologischem Rüstzeug ausstatte, sondern auch mit Handgranaten und Gewehren, sei es nur richtig, die eigene Jugend auf die Ernsthaftigkeit der kommenden Auseinandersetzung vorzubereiten. Die Faszination der Turbochristen für den islamischen Dschihad ist unverkennbar, sie scheinen es als Herausforderung zu begreifen, einen christlichen vorzubereiten.
Dementsprechend sehen sich auch die Kinder und Jugendlichen, die dieser Gehirnwäsche ausgesetzt sind, als Teil einer göttlichen Armee, die Amerika in absehbarer Zeit wiederzuerobern habe. (telepolis)
Im Anschluss an den Film wird es einen Informationsbeitrag über Evangelikale in der Bundesrepublik geben, die auch hier zunehmend an Anhängerschaft gewinnen. Angefragt ist hierzu der Politik- und Sozialwissenschaftler Christoph Lammers, Mitherausgeber des Buchs “Die unerschöpfte Theorie. Evolution und Kreationismus in Wissenschaft und Gesellschaft”.
In Zusammenarbeit mit dem Pavillon und der Rosa-Luxemburg-Stiftung Niedersachsen e.V..
Eintritt: 4,50 Euro – HannoverAktivPass 2,00 Euro
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SA 25.9. 20.30 h [Widerstand gegen Atomkraft]
- DEADLY DUST – TODESSTAUB
von Frieder Wagner, D 2007, 93 min.
Der Film begleitet den deutschen Tropenarzt und Epidemiologe Dr. Siegwart-Horst Günther und seine amerikanischen Kollegen bei ihren Untersuchungen im Kosovo, in Bosnien und im Irak. Überall dort hatten amerikanische Truppen die abgereicherte Uran-Munition eingesetzt. Der Film zeigt bislang wenig bekannte Langzeitfolgen unter denen besonders die Kinder in den Kriegsgebieten zu leiden haben. Nach Ende des jüngsten Irak-Krieges entdeckten die Experten in der Umgebung von Basra kontaminierte Kriegsschauplätze, deren radioaktive Verseuchung die natürliche Erdstrahlung um das 20.000fach übertrifft.
Bereits 1991, nach dem Golfkrieg, waren Prof. Günther im Unikrankenhaus von Bagdad Menschen mit Krankheitssymptomen aufgefallen, die er in den 40 Jahren seiner Arbeit in diesem Land noch nie gesehen hatte. Er untersuchte missgebildete Säuglinge und Kinder, die meistens nicht lange überlebten, diagnostizierte schwere Störungen der Nieren- und Leberfunktion, Krebs sowie genetische Schäden. Nachdem dann bei amerikanischen und britischen Golfkriegsveteranen und ihren Kindern ähnliche Symptome auftraten, war für Günther und andere Wissenschaftler der Zusammenhang klar. Sie fordern ein umfassendes Verbot dieser Munition, die zur Standard-Bewaffnung der US-Truppen gehört.
Eine frühe Fassung des Films wurde 2004 vom WDR einmalig gesendet und verschwand dann auf nimmer Wiedersehen im Archiv. Obwohl Frieder Wagner mehrfacher Grimme-Preisträger ist und vielfach ausgezeichnet wurde, erhält der Regisseur seit seiner Dokumentation über abgereicherte Uranmunition von öffentlich-rechtlichen Sendern keine Aufträge mehr.
Am 2. Dezember 2008 forderten 141 Nationen der Vollversammlung der UNO, die Herstellung, Verbreitung und Anwendung von Uranmunition und Uranwaffen künftig zu verbieten. Russland enthielt sich der Stimme und China blieb der Abstimmung fern, dagegen votierten Frankreich, Großbritannien, Israel und die USA.
Mobilisierungsveranstaltung zu den Protesten gegen die geplanten Castor-Transporte
Eintritt frei – Spenden erwünscht
Kino im Sprengel
Kino: Klaus-Müller-Kilian-Weg 1 (zuvor: Schaufelder Straße 33)
Büro: Klaus-Müller-Kilian-Weg 2 (zuvor: Schaufelder Straße 30)
30167 Hannover
Tel.: 49 (0)511 / 703814
Fax: 49 (0)511 / 703841
E-Mail: info@kino-im-sprengel.de
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